{"id":5140,"date":"2026-05-21T10:50:39","date_gmt":"2026-05-21T08:50:39","guid":{"rendered":"https:\/\/missiontomarsh.org\/wissen-wetland-type\/raised-bog\/"},"modified":"2026-09-09T11:22:56","modified_gmt":"2026-09-09T09:22:56","slug":"raised-bog","status":"publish","type":"wissen-wetland-type","link":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wissen-wetland-type\/raised-bog\/","title":{"rendered":"Raised bog"},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-5140","wissen-wetland-type","type-wissen-wetland-type","status-publish","hentry","no-featured-image-padding"],"acf":{"wwt_index":1,"wwt_classification":"Ombrotroph","wwt_tagline":"Isolated from groundwater","wwt_description":"Hochmoore z\u00e4hlen zu den ungew\u00f6hnlichsten Lebensr\u00e4umen der Erde: Anders als die meisten Feuchtgebiete werden sie nicht von Grund- oder Oberfl\u00e4chenwasser gespeist, sondern ausschlie\u00dflich vom Regen <em>(Succow & Joosten, 2001)<\/em>. Diese Abkoppelung vom mineralischen Wasserkreislauf macht das Wasser extrem n\u00e4hrstoffarm und sauer \u2013 nur eine kleine, hochspezialisierte Lebensgemeinschaft kommt damit zurecht. Die wichtigste Pflanzengruppe sind Torfmoose der Gattung Sphagnum, die wie ein lebender Schwamm Wasser speichern und so selbst das feuchte Klima erzeugen, das sie brauchen.  \n\n<strong>Moorgenese: Wie ein Hochmoor entsteht<\/strong>\n\nAm Anfang steht meist ein verlandendes Gew\u00e4sser oder eine vern\u00e4sste Senke. Wo der Boden dauerhaft wasserges\u00e4ttigt ist, wird abgestorbenes Pflanzenmaterial nur unvollst\u00e4ndig zersetzt und sammelt sich als Torf an \u2013 es entsteht zun\u00e4chst ein Niedermoor, das noch von mineralstoffreichem Grundwasser abh\u00e4ngt <em>(Succow & Joosten, 2001)<\/em>. Mit wachsender Torfschicht verliert das Moor diesen Kontakt, durchl\u00e4uft ein \u00dcbergangsmoor und wird schlie\u00dflich zum eigentlichen Hochmoor. In europ\u00e4ischen Hochmooren w\u00e4chst die Torfschicht im Mittel etwa 1 mm pro Jahr <em>(Stivrins et al., 2017)<\/em>. Das Moor w\u00e4chst dabei von der Mitte nach au\u00dfen und entwickelt die charakteristische gew\u00f6lbte Form mit einem Relief aus trockenen B\u00fclten und nassen Schlenken.    \n\n<strong>Weltweite Verbreitung und Fl\u00e4chenanteil<\/strong>\n\nHochmoore liegen vor allem in der k\u00fchlgem\u00e4\u00dfigt-ozeanischen und kaltgem\u00e4\u00dfigten Zone der Nordhalbkugel \u2013 von Westeuropa \u00fcber Westsibirien bis zum Fernen Osten und von S\u00fcdkanada bis in den Nordosten der USA. Vergleichbare Regenmoore gibt es in kleineren Gebieten der S\u00fcdhemisph\u00e4re, etwa in Patagonien, S\u00fcdaustralien und Neuseeland.\nAlle Moortypen zusammen bedecken weltweit rund drei Prozent der Landoberfl\u00e4che <em>(Melton et al., 2022; Austin et al., 2025)<\/em>. Trotz dieses geringen Fl\u00e4chenanteils speichern sie sch\u00e4tzungsweise 600 Gigatonnen Kohlenstoff \u2013 mehr als in der Biomasse aller W\u00e4lder der Erde zusammen <em>(Austin et al., 2025; Yu et al., 2010)<\/em>.  \n\n<strong>Regionale Unterschiede<\/strong>\n\nJe nach Ozeanit\u00e4t des Klimas sehen Hochmoore sehr unterschiedlich aus: In niederschlagsreichen, ozeanischen Lagen wie Schottland und Irland bilden sich fl\u00e4chendeckende Deckenmoore; in kontinentaleren Lagen wie dem Alpenvorland oder den Mittelgebirgen entstehen kuppelf\u00f6rmige Plateauhochmoore. Weiter n\u00f6rdlich, in der borealen Zone, gehen Hochmoore in Palsa- und Aapamoore \u00fcber <em>(Succow & Joosten, 2001; Tanneberger et al., 2017)<\/em>. \n\n<strong>Wo noch naturnahe Hochmoore zu finden sind<\/strong>\n\nWeltweit gelten noch 85 bis 90 Prozent der Moorfl\u00e4chen als naturnah \u2013 jedoch fast ausschlie\u00dflich in d\u00fcnn besiedelten Regionen wie Sibirien, Kanada und Alaska <em>(Joosten, 2016; Leifeld & Menichetti, 2018)<\/em>. In Europa sind noch 54 Prozent der Moorfl\u00e4chen als ungest\u00f6rt einzustufen <em>(Schaller et al., 2022)<\/em>. Das Flow Country in Nordschottland gilt als weltweit bestes Beispiel eines aktiv akkumulierenden Deckenmoores: Der UNESCO-Welterbeschutzbereich umfasst knapp 190.000 Hektar <em>(UNESCO WHC, 2024)<\/em>; das Torf hat sich \u00fcber 9.000 Jahre angesammelt und erreicht M\u00e4chtigkeiten von mehr als acht Metern. Es ist das weltweit erste Moorgebiet mit UNESCO-Welterbetitel.   \n\n<strong>Wo Hochmoore am st\u00e4rksten zerst\u00f6rt sind<\/strong>\n\nBesonders gravierend ist die Lage in Deutschland: Von insgesamt 1,8 Millionen Hektar Moorfl\u00e4che sind 92 Prozent entw\u00e4ssert; weniger als zwei Prozent zeigen noch aktives Torfwachstum <em>(Joosten et al., 2017; Tanneberger et al., 2017; Schaller et al., 2022)<\/em>. Die j\u00e4hrlichen Treibhausgasemissionen aus entw\u00e4sserten deutschen Mooren betragen mehr als 55 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente \u2013 rund 6,6 Prozent der nationalen Gesamtemissionen <em>(Tiemeyer et al., 2020)<\/em>. Weltweit verursachen entw\u00e4sserte Moore auf nur 0,4 Prozent der Landoberfl\u00e4che rund f\u00fcnf Prozent aller anthropogenen Treibhausgasemissionen, entsprechend etwa zwei Gigatonnen CO\u2082 pro Jahr <em>(Joosten et al., 2016; Mander et al., 2025)<\/em>.  \n\nIntakte Hochmoore sind damit nicht nur eigenwillige Landschaften, sondern auch effiziente Kohlenstoffspeicher und letzte Refugien hochspezialisierter Arten \u2013 w\u00e4hrend entw\u00e4sserte Moore vom Kohlenstoffspeicher zur Treibhausgasquelle werden.","wwt_image":6189,"wwt_bibliography":"","wwt_species_image_01":5257,"wwt_species_image_02":5256,"wwt_species_image_03":5064,"wwt_species_name_01":"Torfmoos (Sphagnum)","wwt_species_name_02":"Sonnentau (Drosera)","wwt_species_name_03":"Wollgras (Eriophorum)","wwt_species_image_04":5715,"wwt_species_image_05":5644,"wwt_species_image_06":5487,"wwt_species_name_04":"Kreuzotter (Vipera berus)","wwt_species_name_05":"Hochmoor-Bl\u00e4uling (Plebejus optilete)","wwt_species_name_06":"Moorfrosch (Rana arvalis)","wwt_is_visible":true},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/wissen-wetland-type\/5140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/wissen-wetland-type"}],"about":[{"href":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/wissen-wetland-type"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/wissen-wetland-type\/5140\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6623,"href":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/wissen-wetland-type\/5140\/revisions\/6623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/missiontomarsh.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}